Gefährliche Materialmängel beim Eurofighter
Die deutsche Luftwaffe muss länger als geplant auf die ersten Exemplare des neuen Eurofighter warten. Grund sind technische Probleme beim Anlauf der Serienproduktion des von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien gebauten Kampfflugzeugs. Jüngstes Beispiel ist eine Schlamperei bei der Herstellung des Seitenleitwerks in Großbritannien: Die aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff geklebte Außenhaut der Heckflosse droht sich bei Überschallflügen abzulösen und davon zu flattern - was zum Absturz führen würde.
Probeflüge der Maschinen mit defekten Flossen finden einstweilen unterhalb der Schallgeschwindigkeit statt. Die schon mehrmals verschobene Übergabe des ersten Serienfliegers an die Bundeswehr gerät so weiter in Verzug. Jetzt hofft die Luftwaffe, dass ihr erster Eurofighter - Stückpreis ohne Waffen rund 83 Millionen Euro - noch vor Weihnachten kommt. Weil kein Geld mehr in der Kasse ist, hat Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) derweil die Entwicklung einer modernen Raketen-Bewaffnung ("Meteor") für den Eurofighter zurückgestellt, die der Haushaltsausschuss des Bundestags ursprünglich in dieser Woche behandeln sollte.
London erwägt sogar, zu Gunsten eines gemeinsam mit den USA geplanten Kampfjets weniger Eurofighter als die verabredeten 232 Exemplare zu kaufen.