Kanzler warnt Union vor Wahlkampf mit Einwanderungspolitik - DER SPIEGEL
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Kanzler warnt Union vor Wahlkampf mit Einwanderungspolitik

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Bundeskanzler Gerhard Schröder warnt die Unionsparteien davor, die Einwanderungspolitik in der Endphase des Wahlkampfs zum Thema zu machen. "Das wäre ein Akt der Verzweiflung und würde den inneren Frieden in Frage stellen, den wir Gott sei Dank bewahrt haben", sagte Schröder im SPIEGEL-Gespräch. Bislang, so der Kanzler, sei der Versuch unterblieben, auf dem Rücken von Menschen, die sich nicht wehren könnten, Wahlkampf zu machen: "Ich hoffe, dass sich die vernünftigen Kräfte in der Union durchsetzen." Erstmals seit Bekanntwerden des jüngsten Umschwungs in den Meinungsumfragen äußerte sich der Kanzler zur Strategie der Union: "Das Fell des Bären verteilt man, wenn der Bär erlegt ist. Die Wählerinnen und Wähler nehmen es übel, wenn man das zu früh tut." Die Wahlkämpfer um Kanzlerkandidat Edmund Stoiber haben nach Ansicht Schröders "zu früh triumphiert". Er selbst habe auch in Zeiten schlechter Umfragewerte niemals resigniert: "Selbst wenn es nicht so gut läuft, muss man diejenigen, die zu Kundgebungen kommen, ermutigen." Er räumte allerdings ein, dass auch er Zweifel gehabt habe, ob sich die Wählerstimmung noch wenden würde.