Syrische Geheimdienst-Connection zu Hamburger Terror-Piloten - DER SPIEGEL
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Syrische Geheimdienst-Connection zu Hamburger Terror-Piloten

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Die Anti-Terror-Ermittlungen gegen das norddeutsche Unternehmen Tatex Trading GmbH könnten zu diplomatischen Problemen mit Syrien führen. Denn Gesellschafter der 1978 gegründeten Firma ist der ehemalige Chef des syrischen Nachrichtendienstes, Mohammed Madschid Said, 64, der heute im Nationalen Sicherheitsrat des Regimes arbeitet. Deutsche Ermittler spekulieren, dass die syrische Regierung über das Unternehmen in Schleswig-Holstein radikale Exil-Syrer kontrollieren wollte, darunter womöglich auch das Umfeld des Hamburger Todespiloten Mohammed Atta. Am Dienstag vergangener Woche hatte die Bundesanwaltschaft die Firma wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung durchsucht. Die Familie des Firmenchefs Abdul-Matin Tatari, 59, unterhielt enge Kontakte zu Mitgliedern der Hamburger Terrorszene. So hat Tataris Sohn Mohammed Hady, 27, mehrfach die Atta-Wohngemeinschaft in der Marienstraße besucht. Den Todespiloten von Flug United Airlines 175, Marwan al-Shehhi, kenne er als lustigen und offenen Menschen. Zudem war Tatari junior Trauzeuge von Mounir al-Motassadeq, dem bislang einzigen Angeklagten der 11.-9.-Ermittlungen in Deutschland. Als Indiz für die guten Informationen des syrischen Geheimdienstes über die Hamburger Terrorszene werten deutsche Ermittler auch die Festnahme des Deutsch-Syrers Mohammed Haydar Zammar, 41. Der Islamist, der als Schlüsselfigur der Ermittlungen in Hamburg gilt, war bei Tatex beschäftigt. Er wurde kurz nach seiner Ausreise aus Deutschland inhaftiert und sitzt seit Anfang des Jahres in Syrien in Haft. Firmenchef Tatari bestreitet jeden Geheimdienstkontakt: "Das ist Quatsch." Auch habe er nichts mit Terroristen zu tun, Zammar habe er nur beschäftigt, weil er mit dessen Vater befreundet sei. Wegen möglicher diplomatischer Verwicklungen mit dem Assad-Regime war das Vorgehen gegen Tatex in der Bundesregierung lange umstritten. Syrien gilt inzwischen als Verbündeter der Anti-Terror-Koalition. Erst vor drei Wochen reiste eine Delegation deutscher Sicherheitsbehörden nach Damaskus.