Deutsche Produzenten fürchten Zerschlagung der Babelsberg-Studios
Unter deutschen Produzenten regt sich Widerstand gegen das Durchgreifen von Vivendi Universal beim Studio Babelsberg. Nur wenige Tage vor dem 90. Geburtstag der Film- und Fernsehstudios ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten")an diesem Montag hatte sich die angeschlagene Vivendi-Gruppe von Studio-Chefin Gabriele Bacher nach nur elf Monaten imAmt getrennt. Dabei standen wichtige Deals kurz vor dem Abschluss. "Wir wollten eine neue Heimat in Babelsberg finden", sagt die Berliner Produzentin Regina Ziegler ("Solo für Klarinette"), die bei Bacher ein Paket von TV-Mehrteilern, TV-Movies und einem Kinofilm realisieren wollte. Nun sagte sie ihre Teilnahme am Festakt ab, während Berlinale-Chef Dieter Kosslick seine Zusage für die Laudatio zurückzog. Auch Claus Boje ("Sonnenallee") wollte mit Regisseur Leander Haußmann hier den Bestseller "Herr Lehmann" verfilmen. Philip von Alvensleben, "Myriad"-Produzent inHollywood, plante gar einen 40-Millionen-Dollar-Film ("The tenth victim") in Babelsberg. "Jetzt müssen wir neu überlegen", sagt er. Schließlich wollte Andrea Willson, Deutschland-Chefin von Columbia Pictures, mit einem neuen Kinofilm in die Traditionsstudios. "Ich bin wütend", sagt sie über die Haltung der Franzosen. Dem Abgang von Bacher, fürchten viele Produzenten, werde nun der Verkauf und die Zerschlagung der Studios folgen.