Binalshibh mit Hilfe aus Deutschland identifiziert / US-Justizminister verspricht Schily umfassende Zusammenarbeit
Der in der vergangenen Woche im pakistanischen Karatschi festgenommene al-Qaida-Terrorist Ramzi Binalshibh ist anhand seiner Fingerabdrücke identifiziert worden, die ihm 1995 in Deutschland abgenommen wurden, als er hier Asyl beantragte. Inzwischen hat US-Justizminister John Ashcroft Bundesinnenminister Otto Schily zugesagt, bei den Ermittlungen gegen den Mitorganisator der Anschläge vom 11. September umfassend zu kooperieren. Schily: "Ich habe die persönliche Zusage von ihm bekommen, dass wir Zugang zu allen Erkenntnissen erhalten, die im Rahmen der Ermittlungen anfallen." Bereits in der kommenden Woche soll eine Delagation des Bundeskriminalamtes zum amerikanischen FBI reisen. Die deutsche Justiz will sich zudem darum bemühen, Binalshibh selbst vernehmen zu können. Er gilt als wichtiger Zeuge in dem Verfahren gegen Mounir al-Motassadeq, den bislang einzigen in Deutschland Angeklagten des 11. September. Auch die Hintergründe des Anschlages auf die Synagoge auf Djerba, bei dem im April 19 Menschen starben, könnte Binalshibh nach Überzeugung deutscher Ermittler aufdecken. In ersten Vernehmungen hat Binalshibh nach Angaben aus US-Ermittlerkreisen inzwischen eingeräumt, dass sein Geständnis-Interview, das der arabische Fernsehsender al Dschasira kürzlich ausgestrahlt hatte, authentisch sei. Bin Laden habe er allerdings schon seit langer Zeit nicht mehr gesehen, er wisse auch nicht wo er sei.