Panne verhindert Aufklärung des Bahnunfalls von Bad Münder
Wegen einer Ermittlungspanne kann vermutlich nicht mehr geklärt werden, wer für den Zusammenstoß von zwei Güterzügen im niedersächsischen Bad Münder in der vergangenen Woche verantwortlich ist. Bei dem Unfall war das Krebs erregende Gift Epichlorhydrin freigesetzt worden, rund 370 Menschen meldeten sich mit möglichen Vergiftungssymptomen. Durch ein Missverständnis zwischen der Staatsanwaltschaft Hannover und dem Bundesgrenzschutz sind die bei dem Unfall unversehrt gebliebenen Waggons zur Weiterfahrt freigegeben worden, bevor das Eisenbahn-Bundesamt die Untersuchungen aufnehmen konnte. Um die Probleme an der Bremsanlage untersuchen zu können, werde aber der gesamte Zug benötigt, sagt der Beauftragte für die Unfalluntersuchung, Hans-Heinrich Grauf. Nun versuchen die Ermittler zwar, die irgendwo auf dem europäischen Schienennetz verteilten Waggons wieder aufzutreiben. Doch weil die Bremseinstellungen geändert worden sein könnten, ist nach Einschätzung von Grauf ein "strafrechtlich belastender Beweis" nicht mehr zu führen.