Kanzler Schröder erwägt, den Leiter der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit wieder zu entlassen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kanzler Schröder erwägt, den Leiter der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit wieder zu entlassen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Florian Gerster gerät unter Druck. Bundeskanzler Gerhard Schröder ist zunehmend verärgert darüber, dass der Leiter der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit das Hartz-Konzept zur Reform des Arbeitsmarkts immer wieder als "nicht ausreichend" kritisiert und damit die Umsetzung der Pläne erschwert. Sollte sich Gerster "nicht auf die Vorschläge der Kommission einschwören lassen", sagt ein enger Vertrauter des Berliner Regierungschefs, "ist sein Posten in Gefahr". Besonders stört den Kanzler, dass Gerster mit den von ihm geforderten Kürzungen bei den Sozialleistungen die Gewerkschaften gegen sich aufbringt. Erst jüngst hatte sich DGB-Chef Michael Sommer bei Schröder über den Anstaltschef beschwert. Zugleich hatten Top-Funktionäre in einem Gespräch im Kanzleramt bekräftigt, dass sie gegen etliche Punkte des Hartz-Konzepts weiter ihr Veto einlegen werden. Schröder will dagegen sein Wahlversprechen einhalten, die Kommissionspläne "eins zu eins umzusetzen". Steht Gerster dabei im Weg, heißt es in der Regierungszentrale, müsse er eben gehen. Der frühere rheinland-pfälzische Arbeitsminister hatte erst im Frühjahr sein Amt angetreten.