Mitarbeiter von Parteichef Westerwelle relativiert Kritik an Möllemanns Anti-Israel-Flugblatt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mitarbeiter von Parteichef Westerwelle relativiert Kritik an Möllemanns Anti-Israel-Flugblatt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Intern relativiert die FDP ihre Kritik am umstrittenen anti-israelischen Flugblatt von Jürgen Möllemann - und treibt offenbar ein doppeltes Spiel. Bislang hatte Parteichef Guido Westerwelle den Eindruck erweckt, er distanziere sich aus inhaltlichen Gründen von der Aktion. Öffentlich bezeichnete er die Attacke des in Ungnade gefallenen FDP-Kombattanten auf Israels Regierungschef Ariel Scharon und Michel Friedman vom Zentralrat der Juden als "unerfreuliche Debatte", die "weiß Gott rückwärts gewandt ist". Hinter den Kulissen indes geht die FDP-Spitze mit dem Anti-Israel-Kurs Möllemanns nachsichtiger um. In einem Schreiben von Westerwelles Abteilungsleiter für Strategie und Kampagnen, Stefan Kapferer, heißt es: "Im Mittelpunkt der Kritik an dem Wahlkampf-Flyer von Jürgen W. Möllemann steht nicht der Inhalt." Vielmehr gründe sich der Ärger auf "die Tatsache, dass dieser Flyer millionenfach ohne Rücksprache mit dem Spitzenkandidaten des Landesverbandes, Dr. Guido Westerwelle, in Nordrhein-Westfalen verteilt wurde". Kapferer: "Um diesen Vertrauensbruch dreht sich die Debatte."