Thomas Gottschalk: "Vergesst die Quoten". TV-Entertainer fordert im SPIEGEL-Gespräch Ende politischer Einflußnahme auf ARD und ZDF
Der TV-Entertainer Thomas Gottschalk hat die Politiker aufgerufen, ihre Einmischung bei ARD und ZDF zu beenden. "Es gibt nun mal kein rotes oder schwarzes oder grünes Fernsehprogramm", sagte Gottschalk dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, "sondern nur gutes oder schlechtes." Das öffentlich-rechtliche System, so Gottschalk, stehe "auf dem Prüfstand". Gottschalk plädiert im SPIEGEL-Gespräch dafür, den ZDF-Mann Hans Janke zum neuen Programmdirektor zu wählen: "Wenn Janke auf Grund politischer Farbenspielereien aus seinem Job gekickt werden sollte, den er glänzend macht, hielte ich das für eine Sauerei und werde mich gegebenenfalls persönlich mit einem Pappschild auf dem Lerchenberg aufbauen, um gegen eine solche politische Einflussnahme zu protestieren." Darüber hinaus fordert Gottschalk im SPIEGEL: "Vergesst die Quoten!" Die öffentlich-rechtlichen Sender müssten "endlich die Chance bekommen, Programm zu machen ohne die Aufgeregtheiten des kommerziellen Drucks, ohne diese Abhängigkeit von Werbung und das damit verbundene Schielen auf die unteren Schubladen des Niveaus". Für Gottschalks Show "Wetten, dass...?" (nächste Sendung: Samstag, 5. Oktober, 20.15 Uhr, ZDF) soll der Quoten-Verzicht allerdings nicht gelten. Gottschalk: "Solange ich den Samstagabend-Termin für mich beanspruche, stelle ich mich dem Vergleich."