Leitende Redakteure der „Frankfurter Rundschau“ meutern - DER SPIEGEL
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Leitende Redakteure der „Frankfurter Rundschau“ meutern

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Ihrem Unmut über das Krisenmanagement bei der finanziell schwer angeschlagenen "Frankfurter Rundschau“ ("FR“) haben führende Redakteure Luft gemacht: Am Freitag überreichten sie dem neuen Generalbevollmächtigten, den die "FR“-Banken dem Verlagsmanagement seit Anfang voriger Woche an die Seite gestellt haben, einen Brandbrief, in dem sie auf Grund der aktuellen Krise einen "personellen Neuanfang“ in der Geschäfts- und Verlagsleitung forderten. "Das Vertrauen in die Führungsfähigkeit dieser Gremien“ sei "zerstört“, heißt es in dem Schreiben, auf das sich die Ressortleiter der "FR“ zuvor verständigt hatten. Grund für den ungewöhnlichen Schritt sei "insbesondere das völlige Fehlen eines verlegerischen und publizistischen Konzepts zur Überwindung dieser für die ‚FR‘ lebensbedrohenden Krise“. Zuvor hatte bereits ein von den Banken in Auftrag gegebenes Gutachten die Führungsstruktur des Verlags kritisiert und eine schnelle Verschlankung angemahnt. Der Verlag gehört der Karl-Gerold-Stiftung, deren Kuratorium das einzige Kontrollgremium für die vierköpfige "FR“-Geschäftsführung um Horst Engel, 77, ist. In dem sechsköpfigen Kuratorium, das an diesem Montag zusammentreten will, um über die Krise zu beraten, ist nur Noch-Chefredakteur Jochen Siemens, 54, jünger als 70 Jahre. Unterdessen hat der Verlag am 27. September eine Absichtserklärung mit einem holländischen Investor paraphiert, wonach der "FR“-Stammsitz in der Frankfurter Innenstadt bis Ende November für rund 48 Millionen Euro verkauft werden soll.