Angst vor Abweichlern Schröder will Staatssekretäre erst nach Kanzlerwahl bekanntgeben
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sorgt sich um seine knappe Fünf-Stimmen- Mehrheit bei der Kanzlerwahl im Bundestag. Erst nach der Abstimmung am kommenden Dienstag will er daher entscheiden, welche Abgeordneten in der neuen Regierung einen der etwa 20 noch nicht fest vergebenen Posten als Parlamentarischer Staatssekretär erhalten. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass leer ausgegangene Mandatsträger dem Kanzler bei der geheimen Wahl die Gefolgschaft verweigern. Vor allem in der 251-köp.gen SPD-Fraktion machen sich viele Parlamentarier Hoffnung auf einen der prestigeträchtigen und lukrativen Posten. Parlamentarische Staatssekretäre (Monatssalär: rund 11000 Euro) verdienen doppelt so viel wie einfache Volksvertreter. Zudem erhalten sie einen eigenen Dienstwagen mit Fahrer und haben bereits nach zwei Jahren Anspruch auf eine Pension.