Lufthansa least wegen großer Nachfrage Swissair-Jets
Unterschätzt hat die Deutsche Lufthansa die Nachfrage nach Flügen in die USA und den Nahen Osten und muss nun zusätzliche Flugzeuge anmieten, um den Kundenansturm auf Routen von Frankfurt nach Atlanta, Boston, New York oder Tel Aviv zu bewältigen. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center vor gut einem Jahr hatten die Lufthansa-Manager vorübergehend über 40 Maschinen aus dem Verkehr gezogen und zahlreiche Verbindungen gestrichen oder ausgedünnt. Gleichzeitig beschlossen sie, Teile ihrer Airbus-Langstreckenflotte zu modernisieren und durch kostengünstigere Maschinen vom Typ A 330-300 und A 340-600 zu ersetzen. Die gebrauchten Jets mit deutlich weniger Sitzen nimmt Airbus ab Januar zurück, sie werden künftig von einem Lufthansa-Konkurrenten betrieben. Da die Buchungen von Langstreckenflügen seit dem vergangenen Sommer stärker anziehen als erwartet, muss der Konzern die Wartezeit bis zur Auslieferung der neuen Maschinen in zwei Jahren nun durch teure Leasingverträge überbrücken für Jets der Pleite-Firmen Swissair und Sabena. Vom nächsten Jahr an will die Lufthansa insgesamt sieben gebrauchte Airbusse der ehemaligen Wettbewerber einsetzen. Um die Kunden nicht zu verwirren, werden die Jets derzeit mit dem Lufthansa-Kranich und -Schriftzug überpinselt. Im Inneren der Kabine bleibt dagegen alles beim Alten mit Ausnahme der Küchen. Bei einem Teil der Leihflotte werden neue Kaffeemaschinen eingebaut, damit die verwöhnten Lufthansa-Gäste sich nicht mit Instantkaffee begnügen müssen.