Zeuge im Hamburger Qaida-Prozess mit dem Tod bedroht? / Aussage zurückgezogen
Ein Zeuge im Hamburger Qaida-Prozess ist offenbar mit dem Tod bedroht worden am vergangenen Mittwoch nahm er frühere Aussagen vor Gericht zurück. Schon vor einigen Wochen hatte der Zeuge Ibrahim D. deutschen Ermittlern von dem Vorfall erzählt: Nach seiner Rückkehr aus einem afghanischen Terrorcamp im Spätherbst 2001 habe ihm in der Hamburger al-Nur-Moschee ein Araber gedroht, er werde ihn töten, sollte er bei der Polizei etwas erzählen. Als die Beamten dem Libanesen D. eröffneten, er müsse diese Aussage gegebenenfalls auch vor Gericht wiederholen, behauptete D. schlagartig, er sei niemals bedroht worden. Auch Vernehmungsprotokolle über die Afghanistan-Reise bezeichnete der Zeuge im Prozess gegen den Terrorverdächtigen Mounir al-Motassadeq plötzlich als falsch: Die Ermittler hätten die Aussage erzwungen, indem sie drohten, ihm die Fingernägel auszureißen, so D. Auch der Richter schloss nicht aus, dass der Zeuge bei einer Aussage "an Leib und Leben gefährdet sei.