Deutsche Qaida-Unterstützer spielten wichtige Rolle bei Flucht aus Afghanistan
Deutsche Unterstützer der Terrororganisation al-Qaida haben bei der Flucht von Mitgliedern des Bin-Laden-Netzwerkes aus Afghanistan offenbar eine weit größere Rolle gespielt als bislang angenommen. Mehrere hundert abgehörte Telefonate zwischen der afghanischen Grenzregion und dem Ruhrgebiet belegen, dass eine deutsche Gruppe an zentraler Stelle für die Beschaffung beispielsweise von gefälschten Pässen zuständig war. Mit den über Deutschland beschafften Papieren sei vermutlich mehr als 100 Qaida-Anhängern die Rettung gelungen. Dirigiert worden sei die Gruppe, gegen die die Bundesanwaltschaft im Frühjahr Anklage erheben will, von dem Kampfkommandanten Abu Mussab al-Sarkawi. Der inzwischen im Libanon vermutete Jordanier, von dem nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes die größte Gefahr für Anschläge in Deutschland ausgeht, unterhalte bis heute enge Verbindungen in die Bundesrepublik. Nach Erkenntnissen der Ermittler gehört Sarkawi einem neu geschaffenen, aus sechs Personen bestehenden Gremium von al- Qaida an, das künftige Anschläge plane. Sarkawi sei dabei für Europa zuständig.