Ehemaliger Stasi-Spitzel unter Irak-Inspektoren - DER SPIEGEL
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Ehemaliger Stasi-Spitzel unter Irak-Inspektoren

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Die Internationale Atomenergieorganisation der Uno (IAEO) in Wien hat seit Jahren ehemalige Mitarbeiter des DDR-Geheimdienstes in sicherheitsrelevanten Bereichen beschäftigt. Ein Physiker aus Sachsen-Anhalt, der seit 1977 von der Stasi als Inoffizieller Mitarbeiter "Martin" geführt wurde, gehörte zum Uno-Inspektorenteam, das nach dem letzten Golfkrieg im Irak Atomanlagen kontrollierte. Der Experte, der im Februar 1989 von der DDR nach Wien geschickt wurde, bereitet sich auch jetzt auf einen neuen Einsatz im Irak vor. Er räumte seine frühere Geheimdiensttätigkeit ein. Bis in die neunziger Jahre hat ein weiterer Agent in der Atombehörde seinen Dienst versehen. Der Dresdner Wissenschaftler mit dem Decknamen "Stauffer" hat bis August 1989 für die Stasi "operativ interessante Zielpersonen" ausgekundschaftet. Er ist bis zu seinem Ausscheiden bei der IAEO nicht enttarnt worden. Eine Sprecherin der IAEO räumt ein, dass die Behörde ihr Personal nicht auf Geheimdienstmitarbeit überprüft habe. "Das ist nicht Bestandteil unserer Personalpolitik", erklärte sie. Auch Mitarbeiter aus anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks würden nicht kontrolliert - die Bediensteten legen einen Diensteid ab, der sie zur Verschwiegenheit verpflichtet und keine Befehle von Staaten oder anderen Organisationen entgegenzunehmen.