Ermittlungen gegen Kirch und Hahn wegen des Verdachts der Untreue
Den Gläubigerausschuss der insolventen KirchMedia erwartet an diesem Montag eine interessante Sitzung: Am Freitag bestätigte die Staatsanwaltschaft München I, "gegen mehrere Personen aus der Kirch-Gruppe Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts strafbarer Handlungen eingeleitet zu haben. Dabei handelt es sich neben Firmengründer Leo Kirch unter anderem um seinen Vize und designierten Nachfolger Dieter Hahn. Ermittelt wird einem Insider aus Justizkreisen zufolge wegen des Verdachts auf Untreue und Urkundenfälschung. Laut Oberstaatsanwalt Joachim Eckert, der sich "zu den konkreten Tatvorwürfen und Personen aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern wollte, wurden bereits verschiedene Beteiligte vernommen. Hahn und Kirch waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Offenbar hat die neue Geschäftsführung der insolventen KirchMedia die Ermittler auf die Spur gebracht: Sie hatte der Staatsanwaltschaft unter anderem Informationen über "Unregelmäßigkeiten in der Arbeit des Ex-Kirch-Finanzchefs Herbert Schroder weitergeleitet, der für die neue Geschäftsführung in einem Berater-Verhältnis weiterarbeitet offenbar geht es dabei um Unterlagen über hohe Kredite, intern ist gar von "Vermögensverschiebungen die Rede. "Da schlummert eine Bombe, sagt ein Eingeweihter. Auch um ein weiteres Darlehen wird es am Montag im Gläubigerausschuss gehen: Laut einem Gutachten über die Zahlungsströme der KirchMedia hatte die Firma dem heutigen Premiere-Chef Georg Kofler noch am 20. Dezember 2001 ein Darlehen über 36 Millionen Euro gewährt und 15,7 Millionen Euro bereits bei Abschluss ausbezahlt (SPIEGEL 47/2002). Nach einer juristischen Bewertung des Gutachtens durch eine Münchner Kanzlei, die nun in Teilen vorliegt, will KirchMedia das Darlehen zurückfordern. Kofler, der darauf hinweist, es habe darüber "ein Kooperationsabkommen mit Thomas Kirch gegeben, gibt sich gewohnt gelassen: Sollte die KirchMedia das Geld einfordern, so der Manager, "dann verweise ich freundlich auf Thomas Kirch.