Sozialministerin Schmidt will Kassenrabatt einführen
Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hat sich auf Kernpunkte für ihre geplante Gesundheitsreform festgelegt. Krankenkassen sollen künftig so genannte Hausarzttarife anbieten. Dies geht aus einem internen Strategiepapier ihres Ministeriums hervor. Wer sich verpflichtet, immer zuerst einen Allgemeinmediziner aufzusuchen, soll einen Rabatt auf seinen Krankenkassenbeitrag bekommen. Wer seinen Arzt dagegen weiter frei wählen will, muss, wie bisher, den vollen Beitrag zahlen. Dazu sollen die Krankenkassen, anders als bisher, Verträge mit einzelnen Ärzten oder Arztgruppen abschließen dürfen. Zudem will Schmidt den Kliniken erlauben, die ambulante Versorgung von Schwerkranken mit Krebs oder Multipler Sklerose mit zu übernehmen. Bisher waren solche Leistungen niedergelassenen Praxen vorbehalten. Darüber hinaus sollen sich Mediziner in Gebieten mit Ärztemangel zu Gesundheitszentren zusammenschließen, die nach dem Vorbild der so genannten Polikliniken der früheren DDR ambulante Leistungen mit angestellten Ärzten anbieten. Überdies will Schmidt das heutige Honorarsystem der Mediziner verändern. Statt wie bislang jeden Handgriff einzeln abzurechnen sollen niedergelassene Ärzte künftig Pauschalen bekommen. Hausärzte erhalten für jeden Patienten eine so genannte Kopfpauschale, Fachmediziner bekommen ein Festhonorar für die Behandlung bestimmter Krankheiten.