Rot-Grün debattiert über zweite Amtszeit für Rau
In der rot-grünen Regierungskoalition ist eine Debatte über eine mögliche zweite Amtszeit von Bundespräsident Johannes Rau ausgebrochen. Die Grünen-Spitze sieht eine erneute Kandidatur Raus bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr skeptisch. "Es sollte vor Ablauf jeder Präsidenten-Amtszeit eine gesellschaftliche Diskussion über geeignete Kandidaten geben", forderte die Grünen-Vorsitzende Angelika Beer. "Es gibt keinen Automatismus."
Laut Beer sollte der nächste Präsident oder die nächste Präsidentin über "vielfältige Lebenserfahrung" verfügen. Zudem seien internationale Erfahrung und ein "Bruch in der Biografie" willkommen. Auch sei es wünschenswert, wenn der Kandidat oder die Kandidatin etwas jünger sei und "nicht unbedingt als Belohnung für ein langes Politikerleben sein letztes Amt antritt".
Führende SPD-Politikerinnen setzen sich für eine Frau als nächste Bundespräsidentin ein. "Es ist grundsätzlich an der Zeit, dass eine Frau das macht", sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Angelica Schwall-Düren, dem SPIEGEL. Karin Junker, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, erklärte, die Wahl einer Bundespräsidentin wäre "ein tolles Signal an alle Frauen". Junker: "Das würde vielen Frauen Mut machen, sich noch mehr zu exponieren."