Kirch-Ermittler untersuchen Liechtenstein-Connection
Im Ermittlungsverfahren gegen den Medienpleitier Leo Kirch und seinen Vize Dieter Hahn führt eine neue Spur nach Liechtenstein. Hintergrund ist ein brisantes Fax, das kurz vor Weihnachten in der Kirch-Zentrale in Ismaning eintraf und das der Staatsanwaltschaft München nach SPIEGEL-Informationen inzwischen vorliegt. Absender des Dokuments ist das Schweizer Bankhaus Credit Suisse, das Kirch 2001 zum Erwerb zusätzlicher Rechte an der Rennsportserie Formel 1 einen Kredit von rund 120 Millionen Euro bewilligt hatte. In dem Schreiben vom 19. Dezember dokumentiert die Bank den Eingang von 121,9 Millionen US-Dollar auf dem Konto der Kirch-Tochterfirma "Formel Eins Beteiligungs GmbH". Als Verwendungszweck ist "Ablösung Fester Vorschuss Formel Eins Beteiligungs GmbH" angegeben. Mit der vorweihnachtlichen Überweisung sollte demnach offenkundig der Credit-Suisse-Kredit getilgt werden. Für Aufsehen sorgt in München vor allem der Absender der Millionen, eine "Faller Stiftung" in Vaduz. Sie ist nach SPIEGEL-Informationen bislang weder im Zusammenhang mit Kirch noch mit dem Formel-1-Kredit in Erscheinung getreten. Laut Liechtensteiner Öffentlichkeits-Registeramt handelt es um eine "hinterlegte Stiftung", also die diskreteste Variante, bei der weder Gründungstermin noch Eigentümer öffentlich sind. Bislang ist laut SPIEGEL unklar, ob Kirch selbst hinter der Stiftung steckt. Schon von 1995 bis 1998 hatte die Staatsanwaltschaft München Kirch im Visier, damals wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Auch damals führte eine Spur ins Fürstentum. Die Staatsanwaltschaft musste die Ermittlungen seinerzeit allerdings einstellen.