Dosenpfand Hightech-Lösung für das Dosenpfand gekippt
Handel und Getränkeindustrie haben die erste wichtige Vorentscheidung für die geplante Einrichtung eines bundesweit einheitlichen Systems getroffen, mit dem von Oktober an der jetzige Wirrwarr beim Zwangspfand auf Dosen und Einwegflaschen beseitigt werden soll. Eine der Grundvoraussetzungen dafür ist, dass die jährlich rund 15 Milliarden mit einem Pfand belegten Einwegverpackungen fälschungssicher gekennzeichnet werden. Die Branche fürchtet, dass ansonsten Betrüger mit pfandfreien Dosen und Flaschen aus dem Ausland demnächst an deutschen Pfandautomaten verdienen könnten. Zöllner im polnischen Grenzgebiet beobachten bereits, dass seit Jahresanfang deutlich mehr Getränke in Polen gekauft werden. Dennoch entschied sich der 14-köpfige Technikausschuss der Arbeitsgemeinschaft für Verpackung und Umwelt (AGVU), der eine Empfehlung für das Sicherheitssystem geben soll, am späten Freitagabend nach zweitägiger Beratung für eine Einfachlösung, die von verschiedenen Automatenherstellern vorgeschlagen wurde. "Die Technik hat sich in den USA, in Schweden und Dänemark bewährt", sagt der Ausschussvorsitzende Klaus Stadler. Dabei werden Dosen nur mit einer zusätzlichen Prägung im Deckel versehen, Flaschen erhalten einen besonderen Aufdruck, beide Merkmale werden in den Pfandautomaten von einer Digitalkamera geprüft. Viele Branchenkenner hatten damit gerechnet, dass sich der Technikausschuss für die vom Beratungsunternehmen Roland Berger präferierte Hightech-Lösung der RWE-Umwelt AG aussprechen würde. Denn die RWE-Tochter wollte die Pfandautomaten nicht beim Handel, sondern neben den herkömmlichen Altglascontainern aufstellen. Das Pfand sollte dann per Geldkarte auf einem Konto des Kunden gutgeschrieben werden. Doch die für den Handel elegante Lösung ist, so Stadler, "nicht mehr als ein Prototyp, dessen Markt-reife bis Oktober nicht gewährleistet ist".