Al-Qaida-Verdächtiger Mottasadeq seit spätestens Anfang 2000 im Visier des Verfassungsschutzes
Der Terror-Verdächtige Mounir al-Motassadeq aus Hamburg wurde schon lange vor den Attentaten vom 11. September vom Bundesamt für Verfassungsschutz überwacht. Motassadeq steht derzeit in Hamburg wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen vor Gericht. Wie erst jetzt bekannt wurde, war der Marokkaner spätestens Anfang des Jahres 2000 im "geschützten Grenzfahndungsbestand" ausgeschrieben. Auf diese Weise erhielten die Geheimdienstler vom Bundesgrenzschutz prompt Meldung, wenn Motassadeq das Land verließ - auch als er nach Istanbul flog und in ein afghanisches Terrorcamp weiterreiste. Fast alle, die der Terrorgruppe um den Todespiloten Mohammed Atta zugerechnet werden, waren dem Verfassungsschutz schon früh aufgefallen - imZuge der Überwachung des seit rund einem Jahr in Syrien inhaftierten deutschen Staatsbürgers Mohammed Haydar Zammar ("Operation Zartheit"). Zammar soll Mitglieder der Gruppe für Terrorcamps rekrutiert haben. Die Verfassungsschützer registrierten gar mehrere Treffen Zammars mit den Terroristen. Zudem hörten die Verfassungsschützer Telefonate zwischen Zammar und dem späteren Todespilot Marwan al-Shehhi ab.