Mit-Gesellschafter von Günter Netzers Sportrechtefirma Infront unter Terrorverdacht
Ein Investor aus dem Nahen Osten bringt die neu gegründete Sportrechteagentur Infront Holding in Bedrängnis. An dem Unternehmen mit Sitz im schweizerischen Zug, als dessen Executive Director Günter Netzer fungiert und das die Fernsehrechte an der Bundesliga und der Fußballweltmeisterschaft 2006 hält, hat sich mit einem Fünftel der Anteile die niederländische Firma Overlook Management BV eingekauft, hinter der der saudi-arabische Milliardär Scheich Salih Abdullah Kamil steckt. Nach Ermittlungen des amerikanischen Außenministeriums, der Bundespolizei FBI und eines bekannten französischen Terrorismusexperten sollen Kamils Banken für die Finanzierung terroristischer Gruppierungen und Anschläge mitveranwortlich sein. Besonders eng, so berichten die Quellen übereinstimmend, seien dabei die Verbindungen zu Osama Bin Ladens Terrororganisation al-Qaida und zur radikalen palästinensischen Hamas. In den USA haben bereits im vorigen Sommer mehrere hundert Angehörige von Opfern der Anschläge vom 11. September eine Zivilklage gegen verschiedene saudische Banken, Wohltätigkeitsorganisationen und Einzelpersonen eingereicht darunter finden sich der Scheich persönlich sowie verschiedene Tochtergesellschaften der Dallah Albaraka Group, der Dachgesellschaft seines Wirtschaftsimperiums. Auch in einem Report für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, den der französische Terrorismusexperte Jean-Charles Brisard erst Mitte Dezember vorlegte, wird der neue Geschäftspartner Netzers als einer der "Hauptsponsoren der al-Qaida bezeichnet. Bei Infront wollte man sich zu den SPIEGEL-Recherchen nicht äußern. Lediglich Christian Jacobs, der wie der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus 32,5 Prozent an dem neuen Unternehmen hält, antwortete: Sollten sich die "Vorwürfe gegen Herrn Sheik Salih Kamil als richtig erweisen, müsse sich Infront "von diesem Gesellschafter trennen. Der Scheich selbst bezeichnete die Vorwürfe gegenüber dem SPIEGEL als "allesamt haltlos. "Ich kann versichern, dass keines meiner Unternehmen irgendeine terroristische Organisation unterstützt.