Türkei:Parteiführer Erdoganverlangt neue Uno-Resolution
Der Vorsitzende der türkischen Regierungspartei AKP, Tayyip Erdogan warnt vor dem Elend, das ein Krieg gegen den Irak in der Region auslösen würde. "Wir haben die Flüchtlingsströme aus dem Nordirak 1991 nicht vergessen", rechtfertigt Erdogan gegenüber dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL den Aufmarsch türkischer Truppen an der Grenze zum Nachbarland. Erdogan:"Das sind reine Sicherheitsvorkehrungen." An einer Einverleibung des kurdischen Nordirak hat die Türkei kein Interesse. "Wir pochen auf den Erhalt des Irak als Einheit." Auch die Ölquellen des Nachbarlands in der Nord-Region blieben unangetastet, trotz historischer Ansprüche. Erdogan:"Das ist Geschichte." Vor einem Waffengang der USA gegen den Irak verlangt die Türkei in jedem Fall eine weitere Uno-Resolution. "Die Resolution 1441", so Erdogan zum SPIEGEL, "gibt keinem Land das Recht, den Irak anzugreifen." Trotz aller Vorbehalte gegen einen Krieg sieht Erdogan die Türkei an der Seite Washingtons:"Wir sind ein natürlicher Alliierter der USA und möchten nicht, dass ein Schatten auf unser Bündnis fällt." Über weitere Militärhilfe für den Irak-Feldzug werde das Parlament in Ankara "zu gegebener Zeit entscheiden".