Hauptverdächtige im Fall Pascal war Polizei-Spitzel
Eine der Hauptverdächtigen im Fall Pascal, die SaarbrückerEx-Wirtin Christa W., hat die Polizei der saarländischen Landeshauptstadt jahrelang mit Tipps aus dem kriminellen Milieu versorgt. Ein Kriminalbeamter: "Wenn ich was hören wollte, habe ich sie natürlich gefragt, und nicht nur ich, auch andere Kollegen haben das getan. Christa W. soll den Angaben zufolge häufiger Kleinkriminelle verpfiffen haben, die in ihrer Kneipe überStraftaten sprachen. DerWirtin wird von derSaarbrücker Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, gemeinsam mit elf weiteren Beschuldigten an der Ermordung des am 30. September 2001 verschwundenen fünfjährigen Jungen Pascal beteiligt gewesen zu sein. Zuvor soll das Kind in ChristaW.s Kneipe "Tosa-Klause im Saarbrücker Stadtteil Burbach sexuell missbraucht worden sein. Trotz ihrer guten Kontakte zu Christa W. war es in einem anderen Verfahren der Polizei angeblich nicht möglich, die Wirtin mit der "Tosa-Klause in Verbindung zu bringen. Dort sollte einer anonymen Anzeige zufolge mit Drogen und gestohlenen Mobiltelefonen gehandelt werden. In einem internen Polizei-Vermerk heißt es: "Obdie ChristaW. in der Tosa-Klause derzeit arbeitet, ist nicht bekannt. Ermittlungen bei derPI Saarbrücken-Burbach verliefen diesbezüglich ebenfalls negativ. Zur gleichen Zeit ermittelte dasLandeskriminalamt gegen Christa W. wegen Drogenschmuggels. Im Rahmen der Ermittlungen wurden Telefongespräche in derPrivatwohnung von ChristaW. und in der Tosa-Klause abgehört.