SV-Gesellschafter fühlen sich entmündigt
Der Streit um die zunehmend von Sparmaßnahmen bedrohte Zukunft der "Süddeutschen Zeitung ("SZ) spaltet auch die Gesellschafter des Süddeutschen Verlags (SV). So bezweifeln einige der fünf bisherigen Eigentümer-Familien mittlerweile, ob die im vergangenen Jahr als Neu-Gesellschafter gewonnene Stuttgarter Verlagsholding SWMH die richtige Wahl war. Man sei nicht überzeugt, verlautet es aus dem Gesellschafterkreis, dass den neuen Investoren die publizistische Bedeutung der "SZ klar sei. Einige der Alt-Gesellschafter fühlen sich "entmündigt, und das "brachialer als erwartet. Entscheidungen wie die jüngst beschlossene Einstellung der NRW-Ausgabe habe man sich von den neuen Machthabern aus Stuttgart nur noch "lapidar vorsetzen lassen. Ein publizistisches Konzept dagegen sei nicht erkennbar, heißt es an anderer Stelle aus dem Kreis der Alt-Gesellschafter. Vielmehr arbeite der von der SWMH geführte Lenkungsausschuss nur ein Sanierungsprogramm des Unternehmensberaters Roland Berger ab, das sich "zum zentralen Leitfaden entwickelt habe. Die SWMH-Gruppe war im vergangenen Jahr mit 150 Millionen Euro in den strauchelnden SV eingestiegen. Zwar hatten auch andere Verlage wie WAZ und Holtzbrinck Angebote gemacht. Die Liquiditätskrise des Verlags war jedoch so dramatisch, dass sich die Interessenten innerhalb weniger Wochen entscheiden und eine sofortige Zwischenfinanzierung von rund 20 Millionen Euro bereitstellen mussten. Nur die Stuttgarter erfüllten diese Bedingungen im Gegenzug sicherte ihnen der SV ein exklusives Verhandlungsrecht über einen Einstieg zu.