Milliarden-Verschwendung mit Hochdruck-Medikamenten - DER SPIEGEL
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Milliarden-Verschwendung mit Hochdruck-Medikamenten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei der Behandlung der Volkskrankheit Bluthochdruck verschreiben Deutschlands Ärzte in großem Umfang falsche und zu teure Medikamente und verursachen so unnütze Kosten in Höhe von über 1,4 Milliarden Euro jährlich. Das berichtet DER SPIEGEL unter Berufung auf eine Untersuchung des Instituts für evidenzbasierte Medizin unter Leitung des Kölner Internisten Professor Peter Sawicki.

Eine amerikanische Langzeitstudie im Auftrag des National Institute ofHealth mit über 40000 Teilnehmern hatte vergangenes Jahr ergeben, dass die derzeit zumeist eingesetzten "ACE-Hemmer“ und "Kalzium-Antagonisten“ gegen Bluthochdruck nicht besser und häufig sogar schlechter wirken, als der seit 50 Jahren bekannte und wesentlich billigere Wirkstoff Chlortalidon. Sawicki und seine Mitarbeiter ermittelten nun, dass auch inDeutschland rund fünf Millionen Patienten unnötig mit den teuren Medikamenten versorgt werden, obwohl der alte Wirkstoff bei etwa 80 Prozent geringeren Kosten vollkommen ausreichend wäre. Zugleich, so berechnete Sawicki in Anlehnung an die Ergebnisse der US-Studie, sei durch den übermäßigen Einsatz der teuren Hochdruck-Medikamente jedes Jahr bei zusätzlich 17400 Menschen inDeutschland mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu rechnen.