Clement will Handwerksordnung noch drastischer reformieren
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) plant eine deutlich weiter reichende Reform der Handwerksordnung als bisher bekannt. So will er rund die Hälfte aller Berufsbilder aus der Liste der Handwerksberufe, der so genannten Anlage A der Handwerksordnung, streichen. Sie umfasst derzeit noch 94 Berufe, vom Augenoptiker bis zum Zweiradmechaniker. Die ausgegliederten Berufe, zum Beispiel Stuckateure oder Parkettleger, sollen künftig als handwerksähnliche Tätigkeiten gelten und damit zur so genannten Anlage B zählen. Damit will es Clement Gesellen möglich machen, eigene Unternehmen zu gründen. Bislang ist dafür eine Meisterprüfung erforderlich. Zum Handwerk sollen künftig nur noch solche Berufe zählen, bei denen durch fehlerhafte Ausübung eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen könnte. Dazu gehören alle Berufsbilder, die mit der Gesundheit zu tun haben oder aber mit der Installation von Gas und Elektrizität. Auch die meisten Bauberufe sollen in der Anlage A bleiben. Von der Ausgliederung wären rund 270000 Arbeitnehmer, rund 40 Prozent aller Beschäftigten im Handwerk, betroffen. Clement will seine Pläne am Dienstag der SPD-Bundestagsfraktion vorstellen.