ProSiebenSat.1 Media : Gottschalk in den Aufsichtsrat - DER SPIEGEL
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ProSiebenSat.1 Media Gottschalk in den Aufsichtsrat

Ein Freundschaftsdienst soll es sein, doch nun bekommt Entertainer Thomas Gottschalk Ärger. Sein Haussender ZDF ist verstimmt über die Zusage ihres Goldbärchens, in den Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 Media zu gehen, falls sein amerikanischer Freund Haim Saban die Senderfamilie übernimmt.
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Hamburg - Die ZDF-Show-Ikone Thomas Gottschalk hat sich mit einem Freundschaftsdienst in die Bredouille gebracht: Nach SPIEGEL-Informationen hat der Entertainer seinem Bekannten Haim Saban, der die Mehrheit an der Senderfamilie ProSiebenSat.1 Media übernehmen will, zugesagt, dort künftig als Aufsichtsrat zur Verfügung zu stehen. Gottschalks Name steht bereits auf Sabans Vorschlagsliste für die Aufsichtsratsposten von ProSiebenSat.1, die auf der Hauptversammlung im Juni neu besetzt werden sollen.

Bei seinem Haussender ZDF, wo Gottschalk seinen Plan per Fax ankündigte und man sich offiziell nicht äußern will, gilt der Fall als Chefsache: "Das ist eine politische Frage, und wir sind über die Pläne von Gottschalk alles andere als erfreut", heißt es aus dem Umfeld von ZDF-Intendant Markus Schächter, der nun offensichtlich persönlich auf Gottschalk einwirken will. Dabei ist beim ZDF-Chef Fingerspitzengefühl gefragt: Offenbar hat Saban Gottschalk bereits weiter gehende Angebote gemacht, die dieser aber ablehnte.

Auch eine andere Personalie auf Sabans Vorschlagsliste sorgt bei den Mainzern für Furore: Als Vertreter des Springer-Verlags soll neben Vorstandschef Mathias Döpfner auch Dieter Stolte in das Gremium einziehen, der mehr als 20 Jahre lang ZDF-Intendant war und nun bei Springer als Herausgeber von "Welt" und "Berliner Morgenpost" fungiert. Nebenbei sitzt derAltintendant immer noch im Aufsichtsrat der ZDF-Tochter ZDF-Enterprises. "Eine klare Interessenkollision", heißt es dazu auf dem Lerchenberg.

Nach den jüngsten Querelen zwischen Saban und den Gläubigerbanken scheint man unterdessen auch beim Insolvenzmanagement der KirchMedia nicht mehr sicher, ob der Deal wie geplant über die Bühne geht: Zur Sicherheit haben die Insolvenzmanager jedenfalls eine alternative Vorschlagsliste für den Aufsichtsrat erarbeitet, falls der Saban-Kauf scheitert: Neben Insolvenzverwalter Michael Jaffé und den beiden Insolvenz-Geschäftsführern Wolfgang van Betteray und Hans-Joachim Ziems findet sich auch dort ein überraschender Kandidat: Helmut Thoma, langjähriger Chef des größten ProSiebenSat.1-Konkurrenten RTL.