Die Eltern des Attentäters von Erfurt geben sich eine Mitschuld an der Tragödie
Ein Jahr nach dem Amoklauf von Erfurt, bei dem der 19-jährige Robert Steinhäuser 16 Menschen und sich selbst tötete, geben sich die Eltern des Täters eine Mitschuld an der Tragödie. "Ich denke immer, dass ich gerade in den letzten Monaten nicht wirklich für Robert da war, sagt Christel Steinhäuser, seine Mutter. Wenige Monate vor der Tat habe Robert gesagt: "Es hat alles keinen Sinn. Sie habe nur geantwortet: "Was redest du für einen Quatsch? Heute, so Christel Steinhäuser, "sage ich mir ständig, dass ich nur ein einziges Mal hätte reagieren müssen. Günter Steinhäuser, der Vater, versteht die Motive seines Sohnes noch immer nicht: "Da ist etwas in ihm vorgegangen, was ich mir nicht erklären kann. Das wirkt schizophren, krank, ich erkenne ihn nicht wieder. Robert Steinhäuser war im Oktober 2001 vom Gutenberg-Gymnasium verwiesen worden, weil er Atteste gefälscht hatte. "Wer gekonnt belogen wird, kann die Lüge nicht erkennen, so Günter Steinhäuser. Nach Meinung der Eltern trifft die Schule keine Schuld. "Vorwürfe zu machen steht uns einfach nicht zu, sagt der Vater. "Die Schule ist im Recht, ergänzt die Mutter. Sie weisen allerdings darauf hin, dass "ein Quäntchen Menschlichkeit, etwas mehr Fürsorge und zum Beispiel der Anruf eines Lehrers die Bluttat möglicherweise verhindert hätten. "Dann wäre Robert nicht in diese Gedankenwelt abgeglitten, die aberwitzige Idee von Rache, sagt Günter Steinhäuser.