Kohl wollte RTL-Chef Helmut Thoma zu Kirch locken
Altkanzler Helmut Kohl, der nach dem Ende seiner Kanzlerschaft von Leo Kirch mit einem üppigen Beratervertrag ausgestattet wurde, hat sich als Regierungschef offenbar nicht nur bei der Deutschen Telekom und europäischen Wettbewerbshütern für seinen konservativen Freund Kirch stark gemacht: Aus Sorge um das Wohlergehen der Kirch-Sender versuchte Kohl sich noch während seiner Kanzlerschaft sogar als Headhunter für den Münchner. So animierte Kohl den damaligen RTL-Chef Helmut Thoma bei einem Besuch im Kanzleramt 1994 zu einem Wechsel zum Konkurrenten Kirch. Er sei Kirch sehr eng verbunden, so der Kanzler damals zu Thoma, und sorge sich um ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen den Kirch-Sendern und den Bertelsmann-Kanälen, weil Kirchs TV nicht gut geführt werde. Ob Thoma nicht helfen könne? "An sich bräuchte Kirch jemanden wie Sie, habe Kohl insistiert, gibt Thoma nun zu und betont, er habe sich das "genau angehört. Dann habe er dem Kanzler entgegnet:"Wenn Kirch mich haben will, soll er sich mit mir in Verbindung setzen. Was Kohl offenbar nicht wusste: Bereits 1993 hatte Kirch mit Thoma verhandelt, ohne zu einer Einigung zu kommen. Nach dem Kohl-Gespräch machte Kirch keinen neuen Anlauf. Thoma: "Damit war die Sache erledigt.