Hauptversammlung der WestLB verweigert Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung
Wegen des überraschend hohen Verlustes der WestLB von 1,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr hat die Hauptversammlung am vorigen Mittwoch weder den Vorstand noch den Aufsichtsrat entlastet. Auch die erneute Bestellung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC wurde nicht behandelt, die Bilanz jedoch bestätigt. Die Landesbank Nordrhein-Westfalen, ihr gehört die WestLB zu 100 Prozent, will zunächst verschiedene Prüfungen bezüglich der schlechten Zahlen abwarten. Im Zentrum steht dabei ein äußerst riskantes Engagement der WestLB bei der englischen Leasinggesellschaft Boxclever, das im April dieses Jahres zusätzliche Risiken von knapp 500 Millionen Euro ans Licht brachte. Diesen Betrag muss WestLB Chef Jürgen Sengera noch in den Jahresabschluss 2002 aufnehmen - und der hat ihm das Ergebnis verhagelt. Die Bankenaufsicht hat daraufhin eine Sonderprüfung bei der Bank eingeleitet, zudem untersucht die WestLB intern, welche Manager wann über die wahre Situation bei Boxclever Bescheid wussten. Solange die Ergebnisse dieser Ermittlungen nicht vorliegen, will der Hauptaktionär die nötigen Entlastungsbeschlüsse nicht fassen. Die Bank plant nun eine außerordentliche Hauptversammlung im Juni - ein genauer Termin steht bislang nicht fest.