Bundesregierung stoppt mutmaßliche Chemielieferung für Nordkorea / Ausgangsstoff für Nervengas
Auf Bitten der USA hat die Bundesregierung den Export von 30 Tonnen Natriumcyanid gestoppt. Die Amerikaner befürchten, dass die Chemikalie, die offiziell von einer deutschen Firma an ein Handelshaus in Singapur geliefert werden sollte, für das Regime in Nordkorea bestimmt war - ein Verdacht, den die Bundesregierung teilt. Natriumcyanid wird für Metallbehandlung benötigt, gilt aber auch als wichtiger Ausgangsstoff für die Produktion des Nervengases Tabun. Weil die Ware bereits auf einen Frachter verladen worden war, ersuchten die Deutschen den Reeder, die Container beim nächsten Stopp zu löschen. Erst vergangene Woche hatte der Verfassungsschutz vor illegalen Beschaffungsversuchen Nordkoreas gewarnt; zur Verschleierung brisanter Importe würden oft Firmen in China und Singapur als Empfänger auftreten. Einen Frachter, der für den Atombombenbau geeignetes Material transportierte, war bereits im April auf Betreiben Berlins gestoppt worden. Als Empfänger galt ebenfalls Nordkorea.