Müntefering sieht weitere "heftige Auseinandersetzungen" in der SPD
SPD-Fraktionschef Franz Müntefering hat weitere Kürzungen und Einschnitte durch die rot-grüne Bundesregierung angedeutet. "Man muss wenigstens eine Zeit lang mit weniger zufrieden sein und dieses oder jenes an Zumutungen hinnehmen", sagte Müntefering in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Die "Agenda 2010" sei "noch nicht das Ende der Diskussion". Weitere Konflikte erwartet der Fraktionschef insbesondere im Öffentlichen Dienst: "Der ganze öffentliche Bereich, Beamte inbegriffen, muss auch seinen Teil beitragen. Da wird es noch heftige Auseinandersetzungen geben." Nun sei "die Anerkennung von Realitäten" gefragt. Müntefering:"Wir müssen jetzt endlich aufhören, unsere Illusionen zu pflegen." Der Spitzen-Genosse räumte Versäumnisse beim Reformtempo ein. "Wir haben zu lange gezögert, während die Länder rings um uns herum die Dinge längst verändert haben." Auf deutliche Distanz ging Müntefering zu den Gewerkschaften. Über deren mangelnde Unterstützung sei er enttäuscht. Früher sei insbesondere die IG Metall eine fortschrittliche Organisation gewesen: "Heute bewegt sich da wenig." Für den SPD-Sonderparteitag am 1. Juni rechnet Müntefering offenbar mit einer beträchtlichen Anzahl von Gegenstimmen für Gerhard Schröder: "70 bis 80 Prozent Zustimmung zur Agenda 2010 wären ein gutes Ergebnis."