Saban lässt Frist verstreichen - DER SPIEGEL
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Saban lässt Frist verstreichen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Übernahmepoker um die Kernbestandteile der insolventen KirchMedia durch Haim Saban bleibt es spannend: Die Insolvenzverwaltung könnte derzeit bereits von dem Geschäft zurücktreten, weil Saban eine wichtige vertraglich vereinbarte Frist verstreichen ließ. So hätte er laut Kaufvertrag bis zum 14. Mai eine Vereinbarung mit den Gläubigerbanken vorweisen müssen, in der die Übernahme des Filmrechtehandels geregelt wird ("Loan agreement"). Diese Vereinbarung gibt es bislang nicht; ein für Freitag geplantes Gespräch mit Vertretern der Gläubigerbanken wurde auf kommende Woche verschoben. "Das wird die Woche der Entscheidung, ob Saban die Gesamtfinanzierung hinbekommt", heißt es bei der KirchMedia, "er braucht jetzt sehr kurzfristig eine Lösung mit den Banken." Tatsächlich treten zum 31. Mai weitere wichtige Kaufbedingungen in Kraft - so ist vertraglich vorgesehen, dass die 525 Millionen Euro zum Kauf der Stimmrechtsmehrheit an ProSiebenSat.1 bis dahin auf ein Treuhandkonto eingegangen sein müssen. Die Insolvenzverwaltung wappnet sich derweil weiter für den Fall, dass der Deal mit Saban noch scheitert: Am Sonntagabend trafen sich die KirchMedia-Vertreter mit den Banken, um für dieses Szenario vorzubauen: Die dringend benötigte Kapitalerhöhung für ProSiebenSat.1 würde, so der Plan, dann von den Banken und der alten KirchMedia gemeinsam gestemmt - in der Hoffnung, dass sich das Marktumfeld verbessert und die Banken ihre so erworbenen Anteile später mit Gewinn veräußern könnten.