SPD und Grüne vor Kompromiss beim Wehrpflicht-Streit
Im Koalitionsstreit um die Wehrpflicht deutet sich zwischen SPD und Grünen ein Kompromiss an. Experten beider Parteien beraten hinter den Kulissen über einen Einstieg in den Ausstieg aus dem Zwangsdienst - während Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) öffentlich weiter für die Wehrpflicht kämpft und Spitzen-Grüne wie Parteichefin Angelika Beer beharrlich die Berufsarmee fordern. Bei einem der diskutierten Reform-Modelle würden Rekruten nicht mehr in Kampfverbänden dienen, sondern überwiegend bei reinen Ausbildungskompanien einrücken. Wenn die Sicherheitslage es zulasse, würden die Wehrpflicht-Einheiten - einige Jahre nach Inkrafttreten des Plans - aufgelöst, und die Truppe würde umstrukturiert zur Freiwilligenarmee mit verringerter Truppenstärke. Ob der Grundwehrdienst, der jetzt neun Monate dauert, gekürzt wird, ist offen. Vorerst lockt die SPD die Grünen mit dem Angebot, nächstes Jahr den zivilen Ersatzdienst zu reduzieren: Noch müssen Zivis einen Monat länger dienen als Rekruten.