Bundeswehr fürchtet Anfrage für EU-Mission im Kongo
Für Konfliktstoff zwischen Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt sorgt der geplante Einsatz von EU-Truppen im Bürgerkriegsland Kongo. Außenminister Joschka Fischer hat, ohne Rücksprache mit seinemKabinettskollegen Peter Struck vomVerteidigungsressort, einer EU-geführten Militärmission im Prinzip zugestimmt. Ausgestattet mit einem Mandat der Uno will Frankreich das Kommando übernehmen. Paris plant, bereits diese Woche Truppen in das Bürgerkriegsgebiet zu schaffen. Zwar hat Fischer keine Bundeswehr-Einheiten für einen derartigen Einsatz in Aussicht gestellt. Aber wegen der - offiziell dementierten - Ambitionen des Grünen auf den Posten eines EU-Außenministers fürchtet das Wehrressort nun Druck aus Paris und Brüssel, auch deutsche Soldaten zu entsenden. Nach Fischers Zusage werde es schwer, sich Wünschen zu widersetzen, Verbindungsoffiziere für den Militärstab in Frankreich und eventuell auch Transportflugzeuge bereitzustellen, fürchten Militärs. Damit könnte die Bundeswehr auf eine Rutschbahn Richtung Afrika geraten, so die Sorge - zumal Fischer vorige Woche auch noch seine grüne Staatsministerin Kerstin Müller losschickte, um im Kongo und in den Nachbarländern mögliche deutsche Beiträge für eine Friedenslösung zu erkunden. Laut Struck ist die Truppe mit Einsätzen auf dem Balkan und bei der Isaf-Truppe in Kabul schon voll ausgelastet.