Irans Außenminister Charrasi: "Wir werden dem Druck der USA widerstehen" - DER SPIEGEL
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Irans Außenminister Charrasi: "Wir werden dem Druck der USA widerstehen"

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Scharf wie nie zuvor reagiert die Teheraner Regierung auf die jüngsten Warnungen der US-Regierung, die Iran bezichtigt, im Kampf um die Macht im Nachkriegs-Irak mitzumischen. In einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL wirft Teherans Außenminister Kamal Charrasi Washington blanke "Unkenntnis" über die Verhältnisse in Bagdad vor. "Die USA sehen nur, dass es im Irak nicht so läuft, wie sie es sich gewünscht haben", erklärte Charrasi im SPIEGEL. Sie suchten jetzt "nach Schuldigen, wie sie das schon immer getan haben". Die dortige US-Präsenz lehnt Charrasi ab: "Die US-Soldaten sind Besatzer, die im Irak nichts verloren haben." Washingtons Anschuldigungen, sein Land beherberge führende al-Qaida-Mitglieder, wies Charrasi empört zurück: "Wir haben die Organisation bekämpft, haben Mitglieder festgenommen und in ihre Heimat zurückgeschickt." Die Anschläge vom 11. September auf die USA habe Iran zudem als "blanken Terrorismus" verurteilt. Den in Genf anlässlich der Afghanistan-Krise unter Uno-Vermittlung begonnenen Dialog bezeichnete Charrasi als vergiftet. Die USA "bedrohen und verletzen uns", so der Außenminister, sie seien "nicht reif für Gespräche". Dass Teheran insgeheim nach Nuklearwaffen strebe, wies Charrasi zurück. Sein Land arbeite mit der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien zusammen und sei "nicht nur entsprechenden Abkommen beigetreten, sondern halte sie auch ein". Charrasi:"Die USA wollen nicht, dass wir Zugang zur zivilen Nukleartechnologie finden, aber wir haben ein Anrecht auf Teilhabe an diesem Fortschritt." US-Umsturzabsichten, so Charrasi, fürchte seine Regierung nicht: "Wir werden auch diesem Druck der USA widerstehen."