Schiitenführer protestiert gegen US-Entwaffnungsorder - DER SPIEGEL
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Schiitenführer protestiert gegen US-Entwaffnungsorder

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Die Anordnung der amerikanischen Zivilverwaltung in Bagdad zur Entwaffnung fast aller irakischen Milizen stößt auf Widerstand bei den Schiiten des Landes. "Selbstverständlich werden wir weiterhin leichte Waffen führen", kündigte Ajatollah Mohammed Bakir al-Hakim, einer der wichtigsten Schiitenführer, in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL an. Insbesondere der Beschluss der Amerikaner, die Kurdenparteien von der Entwaffnung auszunehmen, empört die Schiiten: "Washingtons Entscheidung ist eindeutig ein aggressiver Akt gegen die schiitische Mehrheit im Lande", kritisiert Hakim die Sonderregelung für die ehemaligen Koalitionspartner der Amerikaner im Krieg gegen Saddam. Während Plündererbanden und "ganze Verbände ehemaliger Mitglieder der Baath-Partei" noch Waffen führten, fürchtet der Schiitenführer, dass durch die Entwaffnungsorder bestimmte Gruppen gestärkt und andere geschwächt werden sollten. "Amerika ist parteiisch", kritisiert Hakim das Vorgehen der Zivilverwaltung.

Der Ajatollah, der erst Mitte Mai aus dem iranischen Exil in seine Heimat zurückgekehrt war, forderte zudem "die Präsenz der Besatzungstruppen im Irak so bald wie möglich zu beenden". Die Iraker seien in der Lage, in "nicht mehr als vier Wochen" ihre eigene Verwaltung aufzubauen und das politische und administrative Vakuum zu überwinden - "wenn man die Iraker endlich machen lässt".