Post verärgert Mittelstandskunden mit höheren Porto-Preisen
Mit teilweise harschen Methoden versucht Postchef Klaus Zumwinkel, die Profitabilität seiner Pakettochter DHL anzuheben. Nicht nur, dass die Post Teile der Paketzustellung an Fremdfirmen auslagern will. In den vergangenen Tagen überraschte das Unternehmen zahlreiche klein- und mittelständische Betriebe mit deutlichen Preiserhöhungen. Nach den neu versandten Preislisten sollen zahlreiche Mittelständler bis zu 40 Prozent mehr für die Beförderung ihrer Pakete bezahlen. Hintergrund der Aktion ist ein Sonderrabatt, den die Post bisher für Kunden einräumte, die jährlich mehr als 500 Pakete verschickten. Während der Bonner Logistikkonzern die wirklich eingelieferten Mengen in der Vergangenheit jedoch so gut wie nicht kontrollierte, um keine Kunden an die Konkurrenz zu verlieren, räumt die Post mit der Umstellung auf den Zusteller DHL ihre Kundenkartei offenbar gründlich auf. Tausenden von Kleinunternehmen wurden ihre Sonderverträge in den vergangenen Tagen mit Hinweis auf nicht erfüllte Mengen gekündigt. Auf die wütenden Proteste der Unternehmer, die bis zu Boykottaufrufen reichen, reagiert die Post bislang gelassen: "Jeder berechtigte Einwand wird genauestens geprüft."