Zahnärzte sollen Schmiergeld zurückzahlen
Die ehemaligen Manager der Mühlheimer Dentalhandelsgesellschaft Globudent wollen in den kommenden Tagen 417 Zahnärzte schriftlich auffordern, von ihnen erhaltene Schmiergelder zurückzuzahlen. Die Aktion sei mit der Staatsanwaltschaft und den Spitzenverbänden der Krankenkassen abgesprochen und solle dazu beitragen, einen der größten Betrugsverfahren im deutschen Medizinwesen abzuschließen, schreibt DER SPIEGEL in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe. Jahrelang hatte Globudent billigen Zahnersatz aus China eingeführt und nach den deutschen Höchstpreisen abgerechnet. Die Zahnärzte, die chinesische Kronen und Brücken einsetzten, erhielten von den Globudent dafür hohe Zahlungen. Insgesamt flossen nach Angaben des Nachrichtenmagazins 4,2 Millionen Euro an die Dentisten.
Die Schmiergeldzahluungen waren im November aufgefolgen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften dauern noch mindestens bis zum kommenden Jahr. Um schneller zu einem Schadensausgleich zu kommen, hätten sich seine Mandanten zu dem Schritt entschlossen, sagte der Kölner Strafverteidiger Michael Tsambikakis.
Unter den Empfängern der Briefe sind laut SPIEGEL auch Funktionäre der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen. Diese Standesorganisation prüft die Abrechnungen.