Neue Bieter für den "Tagesspiegel" - DER SPIEGEL
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Neue Bieter für den "Tagesspiegel"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Ausschreibung des Berliner "Tagesspiegel" nimmt immer erstaunlichere Züge an: Zu denBietern für das Holtzbrinck-Blatt gehört auch die von Thomas Heilmann gegründete Berliner Beteiligungsgesellschaft Econa. Heilmann ist zugleich Mitinhaber und Chef der Werbeagentur Scholz & Friends. Econa hat in der Vergangenheit schon in Firmen wie Bijou Brigitte oder Pixelpark investiert.Mit Investmentbankern und Unternehmensberatern haben die Berliner, die sich nicht äußern wollen, offenkundig bereits ein Sanierungskonzept für die defizitäre Zeitung erstellt.Mit dem vonBundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement auferlegtenBieterverfahren will Holtzbrinck die Unverkäuflichkeit des "Tagesspiegel" beweisen, um so die Erlaubnis für einen Zusammenschluss mit der "Berliner Zeitung" (Gruner + Jahr) zu erlangen. Die Econa-Offerte gilt als pikant, weil Heilmann auch Internet-Sprecher der CDU und mit dem "Tagesspiegel"-Konkurrenten Axel Springer gut vernetzt ist. Auch der Verlag der "Süddeutschen Zeitung" hat ein Angebot abgegeben - ein überraschender Schritt, weil deren Miteigner Dieter Schaub auch über seine Südwestdeutsche Medien Holding ("Stuttgarter Zeitung") mitgeboten hat. Schaub macht sich also selber Konkurrenz. Sollte das Bieterverfahren nicht zu einem Verkauf führen, bleibt die "Süddeutsche" am "Tagesspiegel" interessiert: Der Süddeutsche Verlag kann sich eine Überkreuzbeteiligung mit demHoltzbrinck-Blatt gut vorstellen. An diesem Montag will Sal. Oppenheim im Bundeswirtschaftsministerium eine schriftliche Bewertung der Offerten vorlegen.