Premiere-Chef attackiert den Verkauf der Bundesliga-Rechte an ARD und DSF
Das Poker um die Ausstrahlung der Bundesliga ist kaum entschieden - zu Gunsten der ARD (Zusammenfassungen der sieben Samstagspartien in der "Sportschau") und des DSF (knapp vierstündiger "Super-Sonntag" ab 16.30 Uhr mit zweiter Liga und den zwei Sonntagsspielen der ersten Liga) - da droht dem Sportrechtehändler Infront und den Bundesligaclubs bereits ein heißer Herbst. Premiere-Chef Georg Kofler, der für sein Rechte-Paket mit rund 150 Millionen Euro etwa das Doppelte zahlt wie ARD und DSF gemeinsam, zeigt sich "höchst verärgert" über den "unerfreulichen" Abschluss und kündigt Konsequenzen an. Bis Ende Oktober kann seinAbo-Sender entscheiden, ob er seine Option für die Liga-Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 ziehen will. "Wir werden diese Option jetzt grundlegend überdenken müssen", so Kofler. Er sei bei Vertragsschluss von einem Free-TV- Partner Sat.1 ausgegangen und habe nur deshalb "gewaltige Zugeständnisse" gemacht. "Die ARD mit ihren Zwangsgebühren" sei für sein Abo-Fernsehen ein direkterer Konkurrent, so Kofler. Ohne die Einkünfte von Premiere stünden die Clubs vor neuen Finanzproblemen, Rechtehändler Infront wäre in diesem Fall kaum in der Lage, die eigene Option auf zwei weitere Spielzeiten wahrzunehmen - andererseits ist Premiere weiter auf erstklassigen Fußball angewiesen. Unterdessen will Premiere seine Erlöse rund um den Fußball steigern: Von der neuen Saison an sollen die Abonnenten via SMS Wetten bei dem Fußballtoto-Anbieter Oddset abschließen können - Partien und Wettquoten werden in einem eigenen Bildschirmfenster angezeigt, für jede abgeschlossene SMS-Wette kassiert Premiere eine Provision.