Hohe Wertberichtigungen bei der WestLB - DER SPIEGEL
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Hohe Wertberichtigungen bei der WestLB

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die deutsche Bankenaufsicht (BAFin) wird keinen Sparkassen-Vorstand als Chef der WestLB akzeptieren. Der Amtsinhaber Jürgen Sengera war vergangene Woche auf Druck der Aufseher von seinem Posten zurückgetreten, nachdem die BAFin riskante Geschäfte des Instituts in London unter die Lupe genommen hatte. Die staatlichen Kontrolleure verlangen für den Posten einen Banker mit internationaler Erfahrung - und werden notfalls einen Zwangsverwalter einsetzen, berichten Insider aus dem Finanzministerium, der übergeordneten Behörde des BAFin. In ihrem Bericht hatte das BAFin moniert, so berichtet DER SPIEGEL, dass die Ordnungsmäßigkeit der Kreditbearbeitung in der WestLB "nicht gegeben" sei. Vorlagen seien auf dem internen Dienstweg verschwunden. Revisionsauflagen seien nicht eingehalten worden. Außerdem sei der Kreditausschuss des Verwaltungsrats der alten WestLB Girozentrale 2001 und 2002 nicht ausreichend über den Milliarden-Deal mit dem britischen Fernsehverleiher Boxclever informiert worden. Der WestLB drohen zudem neue Verluste. Ein bankinterner Ausschuss hat die Aufgabe, alle Geschäfte unter die Lupe zu nehmen und die Risikostruktur der Bank zu optimieren. Insider berichten, dass schlimmstenfalls für weitere Risiken von bis zu 1,5 Milliarden Euro Vorsorge getroffen werden müsse. Vor allem die Flugzeugfinanzierungen bereiten den Bankern Kopfschmerzen. Die Kreditlinien für die Flugzeugindustrie belaufen sich auf insgesamt acht Milliarden Dollar. Darin enthalten ist die Finanzierung für die rund 90 Flugzeuge der bankeigenen Leasinggesellschaft Boullioun. Da wegen der Krise in der Reiseindustrie die Restwerte mancher Flugzeugtypen um teilweise über 40 Prozent gefallen sind, ergibt sich ein erheblicher Abschreibungsbedarf in der Bilanz. Intern hat der neue WestLB-Chef Ringel bereits angekündigt, dass Kredite verkauft, verbrieft oder durch Kreditderivate gesichert werden sollen. Auch das Länderrisiko werde in Zukunft "erheblich differenzierter und zeitnäher" gesteuert.