WestLB-Panne - Sengera offiziell noch im Amt - DER SPIEGEL
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WestLB-Panne - Sengera offiziell noch im Amt

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Nach wie vor ungekündigt sind die Dienstverträge des Ex-Chefs der WestLB, Jürgen Sengera, sowie des Vorstandes Andreas Seibert - obwohl sich die Bank laut eigenen Meldungen von den beiden Managern getrennt hat. Grund ist eine peinliche Panne des Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Lüthje. Er hielt es nicht für nötig, sofort eine Sondersitzung einzuberufen, nachdem die Bankenaufsicht am 20. Juni die fachliche Eignung und Zuverlässigkeit der beiden Manager angezweifelt hatte. Deshalb wurde der nordrhein-westfälische Finanzminister Jochen Dieckmann tätig. Er bestellte Sengera am 23. Juni in sein Ministerium. Der Bankchef bot dabei an, "die Konsequenzen zu ziehen" - was Dieckmann annahm. Doch obwohl das Bundesland rund 43 Prozent an der WestLB hält, steht der Finanzminister mit Sengera in keiner arbeitsrechtlichen Beziehung. Den Vertrag kann nur der Aufsichtsrat aufheben. Das aber hat das Gremium bei seiner Sitzung am 2. Juli nicht getan. Der Termin war zu spät, um die befristeten Managerverträge aus "wichtigem Grund" kündigen zu können. Sengera und Seibert wurden deshalb nur "beurlaubt". Die Kontrolleure warten nun auf den zweiten Teil des Prüfberichts der Bankenaufsicht über das Engagement bei der englischen Firma Boxclever. Werden die beiden darin erneut belastet, wollen die Aufsichtsräte Lüthje zwingen, unverzüglich eine Sondersitzung einzuberufen - um den Managern fristlos zu kündigen. Die Bank müsste dann keine Abfindung zahlen. Lüthje hat es zudem versäumt, einen Nachfolger für den Interims-Chef Johannes Ringel zu suchen, der von der Bankenaufsicht nur für einige Monate akzeptiert wird. Der inzwischen beauftragte Headhunter berichtet nur an Dieckmann.