Telekom sponsert "Sportschau" - für mehr als 8 Mio. Euro - DER SPIEGEL
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Telekom sponsert "Sportschau" - für mehr als 8 Mio. Euro

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die ARD-"Sportschau" wird künftig von der Deutschen Telekom präsentiert. Einen entsprechenden Sponsorenvertrag unterzeichnete der Bonner Telefon-Multi am vergangenen Freitag. Allein für die Standard-Werbeeinblendungen muss die Telekom rund acht Millionen Euro an die ARD überweisen. Außerdem sieht der Vertrag mögliche Zusatzleistungen wie etwa Gewinnspiele vor, die jedoch extra bezahlt werden müssen. Insgesamt, schätzen ARD-Manager, könnte das Werbepaket mit der Telekom auf bis zu zehn Millionen Euro anwachsen. Das Bonner Unternehmen hat sich bei der Ausschreibung gegen harte Konkurrenz durchgesetzt. Neben dem Erzrivalen Vodafone hatten auch Großbrauereien wie Bitburger und Warsteiner mitgeboten. Hintergrund für das Gerangel der Sponsoren: Die ARD hatte sich vor wenigen Wochen für knapp 50 Millionen Euro die Erstsenderechte an der Fußball-Bundesliga gesichert. Allerdings regt sich inzwischen erheblicher Unmut gegen den teuren Rechtekauf: Die Mitarbeiter des WDR - dem hauptverantwortlichen Sender für die Übertragung - fürchten trotz üppiger Werbemillionen, dass "die Fußballberichterstattung nicht nur das Geld anderer Programme aufzehrt, sondern auch viele Sendungen verdrängen wird", so ein Mitglied des WDR-Personalrats. Für den 28. Juli ist deshalb eine Redakteursversammlung einberufen worden, auf der die Auswirkungen des Deals diskutiert werden sollen. Zudem wird befürchtet, dass der WDR bei der nächsten Gebührenerhöhung leer ausgehen wird. "Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs wird sich fragen, ob wir tatsächlich höhere Gebühren brauchen", wenn andererseits mit Gebührengeldern die Millionengagen von Fußballprofis wie Oliver Kahn finanziert würden, so der Personalrat.