Deutsches Aktien-Institut will Rating-Agentur gründen
Hinter den Kulissen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) wird seit Monaten an einer neuen Initiative gearbeitet, um das verlorene Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Nach dem Vorbild der Stiftung Warentest soll eine unabhängige Aktien-Rating-Agentur geschaffen werden, die den Unternehmen und den von ihnen emittierten Papieren ein Gütesiegel verleiht. Derzeit klärt das DAI, ob und wie sich eine unabhängige Finanzierung für das geplante Institut auf die Beine stellen ließe. "Das Rating-Ergebnis soll Aktien untereinander vergleichbar machen", sagt Helmut Mader, ehemaliger Chef des Aktiengeschäfts der Deutschen Bank in Frankfurt und treibende Kraft des Projektes. Nach etlichen Betrugsfällen und Bilanzmanipulationen wie etwa bei Comroad verlangten die Anleger nach einem "neutralen Standard" als Auswahlkriterium, ist der Initiator überzeugt. Wie bei der Beurteilung der Ausfallrisiken durch Rating-Agenturen wie Moodys oder Standard& Poors würde "auf einen Blick eine Einschätzung des Unternehmens unter Anlagegesichtspunkten" geliefert werden. Neben den Spitzen des Bankenverbandes, der Deutschen Börse und der Bundesbank sollen mehrere Vorstände von Dax-Unternehmen in die Pläne eingeweiht worden sein. Davon hätten einige bereits ihre Unterstützung zugesagt. Seit wenigen Tagen beschäftigt sich auch das Kanzleramt mit dem Plan.