Düsseldorf setzt Mode-Zaren unter Druck
Eine Woche vor Beginn der größten Modemesse der Welt, der "Collections Premiere Düsseldorf" (CPD), droht die Stadt über 100 Modefirmen die Schließung ihrer Showrooms an. Luxus-Schneider wie Versace oder Feraud haben meist keinen Stand auf der CPD, sondern betreuen ihre Kunden während der Messetage seit Jahrzehnten lieber vornehm in eigens angemietetenRäumen im noblen Stadtteil Golzheim. Doch nun geht Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) wegen Zweckentfremdung von Wohnraum gegen die Edel-Couturiers vor. Betroffen ist auch der weltgrößte Luxusartikelkonzern LVMH, der in den Räumen des ehemaligen österreichischen Konsulats residiert. "Da hat niemand gewohnt, warum zweckentfremden wir jetzt Wohnraum?", stöhnt Oliver Grahn, General Manager der LVMH-Tochter Celine. Er und andere Betroffene vermuten, die Stadt wolle sie in Wahrheit zwingen, auf der Messe selbst auszustellen. Modemesse-Chef Manfred Kronen fordert von den Behörden schon seit langem, mit Hilfe des Baurechts gegen die Showrooms vorzugehen. Doch auf die CPD wollen sich die Luxusschneider nicht drängen lassen. "Weder unsere Ware noch unsere Kunden passen in diese Messe", meint Grahn, "wenn wir hier unerwünscht sind, dann gehen wir eben weg aus Deutschland." OB Erwin gibt sich gelassen:"Das wäre unternehmerischerSelbstmord."