Autoschieber unter Verdacht: Weitere Verhaftungen im Mordfall Gsell - DER SPIEGEL
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Autoschieber unter Verdacht Weitere Verhaftungen im Mordfall Gsell

Ermittler klären die Umstände um den Tod des prominenten Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell offenbar immer weiter auf. In Nürnberg sitzen seit kurzem zwei Deutsche in Haft, die nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft geplant haben sollen, das Luxusauto von Gsells Ehefrau Tatjana aus der Garage der Villa im Nobelviertel Erlensteg zu stehlen.
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Den Beschuldigten soll dabei die Idee gekommen sein, auch gleich noch bei Gsell einzubrechen und nach Bargeld oder Schmuck zu suchen. Der 76-jährige Arzt wurde bei dem Überfall am 5. Januar mit einer Axt niedergeschlagen und starb Ende März im Krankenhaus an einem Virus. Seine 32-jährige Frau sitzt in Haft unter dem Verdacht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, um an Geld zu kommen.

Auf die Spur der Autoschieber kam die Polizei durch eine Überprüfung der Nummern, die von Tatjana Gsells Telefon aus angerufen wurden. Die Verdächtigen sollen sich auf eine Zeitungsanzeige gemeldet und den Diebstahl der Nobelkarosse im Wert von rund 80.000 Euro vorgeschlagen haben. Gsells Gattin wollte, glauben die Ermittler, offenbar nicht nur die Versicherungssumme für ihr gestohlenes Auto kassieren, sondern auch noch eine stattliche Summe Bargeld von den Dieben. Das Geld habe ihr Jugendfreund und mutmaßlicher Ex-Liebhaber, der Hofer Staatsanwalt Stefan M., 31, vor der Villa entgegennehmen sollen. Nach den Ermittlungen aber hatten die Täter vor, Tatjana Gsell um das Geld zu prellen und den Wagen einfach mitzunehmen.

Die Chirurgen-Witwe bestreitet, mit dem Überfall und dem Tod ihres Mannes etwas zu tun zu haben. Staatsanwalt M., der seit vorvergangener Woche ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt, hat seine Beteiligung an dem Deal inzwischen weitgehend eingeräumt. Auch der Chef der Autoschmuggler ging der Polizei inzwischen ins Netz - der aus Osteuropa stammende Mann sitzt in Griechenland ein und wartet auf seine Auslieferung.