Terrorwarnung nach Auslieferungsurteil
Die Bundesregierung warnt deutsche Einrichtungen im Jemen vor einer "erhöhten Gefährdungslage", nachdem Anfang der vorigen Woche dasFrankfurter Oberlandesgericht der Auslieferung des jemenitischenScheichs Mohammed Ali Hassan al-Muajjad und eines seinerMitarbeiter an die USA zugestimmt hatte. DasBundeskriminalamt schrieb mehrere deutsche Firmen an, darunter die Lufthansa, weil Experten Vergeltungsanschläge islamistischer Gruppen für möglich halten. Die deutsche Botschaft in Sanaa verschärfte die Sicherheitsvorkehrungen. Eine schnelle Auslieferung derbeiden Jemeniten, denen die Amerikaner maßgebliche Unterstützung des islamistischen Terrornetzwerks al-Qaida vorwerfen, ist allerdings nicht zu erwarten, weil die Anwälte Muajjads nun beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe dagegen vorgehen. Der Scheich, so ihre Argumentation in einer Verfassungsbeschwerde, sei von einem V-Mann der amerikanischen Bundespolizei FBI "durch List und unter Verletzung derSouveränität des jemenitischen Staates" nach Deutschland gelockt worden. InBerlin übergab vergangenenFreitag eine jemenitische Parlamentsdelegation dem Bundestag eine Petition.Darin wird die Rückführung der beiden Inhaftierten in ihre Heimat gefordert.