Verleger Heinz Bauer bessert Angebot für den "Tagesspiegel" nach - DER SPIEGEL
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Verleger Heinz Bauer bessert Angebot für den "Tagesspiegel" nach

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Der Hamburger Verleger Heinz Bauer legt im Kampf um die Neuordnung des Berliner Zeitungsmarktes nach und bekräftigt sein Interesse am "Tagesspiegel". Zur zweiten mündlichen Verhandlung von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement über die vom Holtzbrinck-Verlag beantragte Ministererlaubnis zum Zusammenschluss des "Tagesspiegel" mit dem Gruner+Jahr-Blatt "Berliner Zeitung" will der öffentlichkeitsscheue Verleger an diesem Montag persönlich anreisen. Bauers Ziel: Clement von der Ernsthaftigkeit seiner Übernahmeofferte zu überzeugen. Der Holtzbrinck-Verlag, der auf Geheiß des Ministers nachweisen muss, dass es keine ernsthaften Interessenten für seinen "Tagesspiegel" gibt, hatte ein unverbindliches Bauer-Angebot als nicht seriös zurückgewiesen und Verhandlungen darüber abgelehnt. Damals hatte Bauer für den "Tagesspiegel" 20 Millionen Euro geboten und eine Bestandsgarantie von bis zu sieben Jahren in Aussicht gestellt. In diesem Punkt will Bauer nun nachbessern: In einem 19-seitigen Schriftsatz von Bauers Anwalt, der Ende vergangener Woche im Wirtschaftsministerium einging, heißt es dazu, Bauer biete an, "alles", was Holtzbrinck "zur Sicherung des Bestandes des 'Tagesspiegel' bereits angeboten hat bzw. in gutem Glauben noch bieten wird, ebenfalls umzusetzen". Zudem sei man bereit, die "wirtschaftliche Verantwortlichkeit" für derlei Garantien auf die eigene "Konzernobergesellschaft zu verlagern", für die Heinz Bauer persönlich haftet. Über die verlagseigenen Zeitungen "Tagesspiegel" und "Handelsblatt" hatte Holtzbrinck zuvor "in eigener Sache" erklärt, den "Tagesspiegel" über ein Stiftungsmodell "mindestens 20 Jahre unter Aufrechterhaltung voller redaktioneller Selbständigkeit weiterzuführen". Bei seinem Berliner Auftritt, so heißt es in dem Bauer-Schriftsatz, werde der Verleger "darlegen, dass sein verlegerisches Interesse an einer Tageszeitung in Berlin ungebrochen ist". Sein Verlag verspreche "sich aus der Führung eines solchen Titels erheblichen Image- und Prestigegewinn", zudem beruhe sein Engagement auch auf dem Wunsch, "das Verlagshaus als Familienunternehmen langfristig zu sichern". Selbst "wenn messbare Vorteile erst seinen Töchtern zugute kämen", wäre dies "für Herrn Bauer ausreichend Motivation, den 'Tagesspiegel' zu erwerben".